Der Personzentrierte Ansatz

Maria Ramming-Silbermayr

Der Personzentrierte Ansatz wurde von Carl R. Rogers (1902–1987) im Rahmen der Humanistischen Psychologie entwickelt.

Der Personzentrierte Ansatz basiert auf einem Menschenbild, das in die Fähigkeit des Menschen vertraut, seine persönlichen Ressourcen und individuellen Entwicklungs­freiräume zu erkennen, zu entfalten und konstruktiv zu nützen.

Personzentrierte Arbeit fördert durch Begegnung die „Persönlichkeitsentwicklung und Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen“ (IPS, 2008, S. 7) sowie emotionale Heilungsprozesse.

Im Rahmen des jeweiligen Settings richtet sich mein Interesse mehr darauf, wie eine personale Begegnung zwischen mir und der jeweils anderen Person entstehen kann, als auf „Diagnosen, Prognosen, Interpretationen“ oder Bewertungen (Rogers u.a., 1998, S. 23).

Dabei geht es mir um ein Beziehungsangebot „von Person zu Person“ (Rogers 1999, S. 31). Ich bin bemüht, in der Begegnung mit der anderen Person möglichst unverstellt und feinfühlend präsent zu sein, die andere Person ernst zu nehmen und in ihrem gesamten, gegenwärtigen Sein bestmöglich zu verstehen sowie ihr Wertschätzung und Achtung entgegenzubringen, die nicht an Bedingungen geknüpft sind.

In meiner Arbeit ist es mir wichtig, die Unterschiedlichkeit von Frau und Mann, deren Bedürfnisse und gesellschaftliche Bedingungen wahrzunehmen und anzuerkennen.

So werden Frauen, Männer, Mädchen und Buben für sich selbst und individuelle Veränderungs­prozesse offen, entwickeln Selbstvertrauen, wählen eigenverantwortlich ihre „Werte, Maßstäbe und Ziele“ (Winkler, in Frenzel u.a., S. 196) aus, finden ihren je individuellen Lösungsweg im Leben und sind in der Lage, ihre Beziehungen kreativ und befriedigend zu gestalten. Damit bin nicht ich die Expertin im Leben einer anderen Person, sondern die Person selbst.

Der personzentrierte Ansatz kommt in vielen Bereichen gesellschaftlichen Lebens zur Anwendung – so in Schule, Beratung, Supervision, Coaching, Sozialarbeit, Psychotherapie und Medizin und wird nach wie vor wissenschaftlich weiterentwickelt.

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Literatur:

Akademie für Beratung und Psychotherapie – Institut für Personzentrierte Studien (IPS): „Programm Sommersemester 2008“, Wien, 2008.

Frenzel, P., Schmid, P.F., Winkler, M. (Hrsg.): „Handbuch der personzentrierten Psychotherapie“, Edition Humanistische Psychologie, Köln, 1992.

Rogers, Carl R.: „Therapeut und Klient – Grundlagen der Gesprächspsychotherapie“, 14. Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 1999.

Rogers, Carl R., Schmid, P. F.: Personzentriert – Grundlagen von Theorie und Praxis, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1998.

dipl.- päd.in maria ramming-silbermayr • personzentrierte psychotherapie
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trauriges Mädchen